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Thema: [EDIT] - Suizidal und krank nach 10 Monaten absoluter Schlaflosigkeit

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[EDIT] - Suizidal und krank nach 10 Monaten absoluter Schlaflosigkeit

beefheart81 am 14.02.2017 um 14:02

Liebe Leser,
es dürfte ein halbes Jahr vergangen sein seit ich hier geschrieben habe.Aufgrund von sinnlosen Zwangsgedanken habe ich seit Anfang April 2016 keine einzige Nacht richtig geschlafen u. keine Müdigkeit mehr verspürt. Im November vertraute ich einer Psychotherapeutin meine Geschichte an. Ihrer Meinung nach hatte sich meine Insomnie so stark verselbständigt dass der Auslöser keine Rolle mehr spielte. Das ergab für mich auch nach längerem Nachdenken keinen Sinn. Ende Januar wäre ich fast in den Genuss einer Tiefen Hirnstimulation gekommen, leider legte ein unabhängiger Psychiater sein Veto ein.Er begründete meine Insomnie in einer kombinierten Persönlichkeitsstörung, was jedoch für mich keinen Sinn ergibt. In der Klinik erklärte mir der Oberarzt, dass eine Schlafstörung meiner Intensität weltweit 2-3 mal existieren möge. Er bezog sich wohl darauf, dass ich trotz 400 mg Trimipramin und 900mg Quetiapin Retard nur 0 bis 4 Stunden schlafe. Mein Problem ist dass ich seit April 2016 im Schnitt pro Nacht wohl ca. 2bis 3 Stunden geschlafen habe, somit dürfte ich ein Gesamtdefizit von 4 bis 6 Monaten Schlaf haben. Ich frage mich nun, ob es auch für einen unbegreiflich schweren Fall noch Behandlungsmethoden gibt von denen ich bisher nichts gehört habe. Eine Alternativbehandlung wurde mir vom Ärztestab der Stereotaxie nicht angeboten, lediglich der Hinweis ich könnte es evtl. mit Olanzapin probieren.
Ich denke die meiste Zeit des Tages über Möglichkeiten nach die da noch sind- allerdings nehmen nach so langem Schlafentzug Suizidgedanken am meisten Raum ein, nach 300 schlaflosen Nächten ist die Todessehnsucht stärker als jedes andere Gefühl das ich kenne.Auch wenn ich eine Nacht komplett wach liege- das passiert 1-2 mal pro Monat bin ich am Folgetag nicht müde- die Wachhölle ist umso qualvoller. Meine Körpermuskulatur hat sich durch den Schlafmangel komplett zurückgebildet,wenn ich versuche Sport zu treiben bekomme ich postwendend starke Muskelschmerzen. Ich weiß nicht ob EKT was bringen könnte- ich schwebe definitiv in Lebensgefahr und muss mich leider als austherapiert betrachten.
 
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[EDIT] - Re: Suizidal und krank nach 10 Monaten absoluter Schlaflosigkeit

markus76 am 14.02.2017 um 20:10

Hallo beefheart. Niemals aufgeben!
Ich würde mich sofort wieder stationär behandeln lassen. Also austherapiert bist Du wahrscheinlich noch nicht. Es gibt noch genügend andere schlaffördernde AD. Wegen der Zwangsgedanken bräuchtest Du sowieso eher ein anderes Medikament. Vielleicht sogar im Kombination mit Schlafmittel bzw Benzodiazepinen, zumindest vorübergehend . Ich würde wirklich eine Klinik auswählen, die , falls wirklich indiziert, EKT anbietet und diese Behandlung in Betracht ziehen. Dies sind oft Unikliniken. Informiere Dich mal im Internet und lasse Dich gerade wegen der Suizidalität einweisen. Ausserdem, ich kenne etliche Fälle, die nur 3 Stunden trotz hoher Dosen von Medikamenten schlafen. Ich finde die Aussage von diesem Arzt ziemlich entmutigend und so etwas verstärkt ja noch die Hoffnungslosigkeit. Ist körperlich alles ausgeschlossen worden? LG
 
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[EDIT] - Re: Suizidal und krank nach 10 Monaten absoluter Schlaflosigkeit

beefheart81 am 14.02.2017 um 20:49

Hi,
ich war in einer Klinik in der 2 Monate lang Standarduntersuchungen mit der Priorität normal gemacht wurden. Das wars. Zu den Medikamenten habe ich zeitweise Tavor,Normoc und Zopiclon genommen (zu hause) aber wenn die Packung leer war waren die Entzugssymptome äußerst qualvoll. Mein Hausarzt will mir ab März Cannabinoide verschreiben weil man sie höher dosieren kann und die Organe nicht schädigen, die Lockerung der Verordnung von med. Cannabis spielt mir da in die Karten. Konsumiere ich zu hause auch und hilft beim Schlafen, ist aber auch keine Lösung u. die brauche ich im elften Monat. Ich traue mich nicht mehr in die Klinik mit den Erfahrungen die ich letztes Jahr gemacht habe. Keiner weis genau was ich habe oder hat eine zündende Idee. Ich habe das Gefühl sehr langsam und qualvoll auszubluten, allerdings verliere ich kein Blut sondern das Mindestmaß an Kraft das man zum Leben braucht und die nur der natürliche Schlaf liefern kann. Was für ein Medikament könnte ich wegen der ZG-Symptomatik nehmen? In der letzten Klinik stand im Entlassungsbericht nichtorganische Insomnie drin aber da gab es nur diese Standarduntersuchungen. Es ist wohl schon eine psychische Geschichte, aber niemand kann mir helfen. Kennst du von den etlichen Fällen auch Erfolgsgeschichten und in welchen Kliniken sie erzielt wurden?
 
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Re: Suizidal und krank nach 10 Monaten absoluter Schlaflosigkeit

Andianerjones am 14.02.2017 um 20:54

Hallo

Ich schließe mich Markus an .

Ich habe auch oft Trotz Schlafmittel, AD , Restex ,benzodiazepine nicht Länger als 3 Stunden die Nacht geschlafen , im Schlaflabor waren es nur 2 Stunden wegen der ganzen Kabel .

Aber bei mir sind Depressionen nicht so ausgeprägt , und die Ärzte Machten mir immer Mut und es kam immer nur beruhigende Worte .
 
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[EDIT] - Re: Suizidal und krank nach 10 Monaten absoluter Schlaflosigkeit

markus76 am 14.02.2017 um 21:09

Ich höre auch immer von Erfolgen mit Cannabis. Nur, dieses ist wirklich auf Dauer wahrscheinlich nicht ideal. Also in deine letzte Klinik würde ich auch nicht gehen. Versuche es mal mit einer Uniklinik. Falls, und so sieht es wohl aus, dass Du schwer depressiv bist, und nicht richtig auf Medikamente reagierst, ist EKT nun mal der Goldstandard. Sie löst auch oft die depressive Insomnie. Also viele der schweren Insomniker aus meiner Klinikzeit und aus Foren fühlen sich nach dem Absetzen der Medikamente oft trotz Schlafmangel besser und versuchen damit zu leben oder finden eben eine ideale Medikation. Ich bin leider nur noch selten hier im Forum, da sich meine Depressionssymptomatik "verschoben" hat, obwohl das Thema Insomnie immer noch nicht vom Tisch ist.Bei Zwängen helfen übrigens serotonerge AD besser.
 
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