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Thema: [EDIT] - Am Rande des Wahnsinns

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[EDIT] - Am Rande des Wahnsinns

Patty am 08.02.2017 um 12:28

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und froh, diese Seite gefunden zu haben. Zu meiner Person: ich bin Mitte 50, weiblich und habe seit rund 25 Jahren Schlafstörungen. Die ersten Jahre habe ich sehr darunter gelitten, war auch schon in psychologischer Behandlung (Reha, Gruppentherapie, Schlaflabor). Die letzten Jahre ging es mir viel besser. Geholfen haben mir aber weniger die "Fachleute" sondern eher eine Akzeptanz meiner Situation. Ich konnte zwar nie mehr durchschlafen (ich wache sehr oft auf) aber die Nächte in denen ich überhaupt nicht schlafen konnte reduzierten sich.

Nun hat sich Ende November für mich ein großes Problem in der Familie ergeben. Das hat dazu geführt, dass ich nicht mehr schlafen kann. Seit mehr als 2 Monaten schlafe ich entweder gar nicht oder vielleicht mal eine halbe Stunde oder Stunde und dann ist es wieder vorbei. Ich habe schon Zolpidem (Schlaftabletten) genommen, die ich aber aus Angst vor Abhängigkeit nicht mehr nehmen will. Seit dem Wochenende nehme ich Mirtazapin (7,5 mg) die mir beim Einschlafen helfen sollen. Leider hilft es absolut nicht.
Die familiären Probleme kann ich nicht lösen (Streit zwischen Geschwistern wegen Heimaufenthalt der Mutter, Schwester hat Mutter ohne mich einzubeziehen ins Heim gebracht und ich muss zahlen. Weil ich die finanziellen Dinge offengelegt haben wollte, wurde Kontakt zu mir abgebrochen.)

Ich gehe davon aus, dass eine Depression auf Grund der Gegebenheiten Auslöser für die erneuten, heftigen Schlafprobleme sind. Deshalb werde ich die Antidepressiva noch einige Wochen nehmen (obwohl ich gegen solche Medikamente bin). Vielleicht helfen sie ja doch irgendwann. Ich weiß im Moment nicht wie ich mein Leben auf die Reihe bekommen soll. Bin seit 1 Woche krankgeschrieben, weil ich in der Arbeit einfach nicht mehr leistungsfähig bin (Fehler mache oder viel zu langsam bin). Ich bin so verzweifelt und weiß keinen Rat. Habe schon versucht bei Psychiatern einen Termin zu bekommen, aber das ist kurzfristig nicht möglich. Ich denke ich kann mir aktuell selbst nicht helfen. Ich bin so verzweifelt. Ich will doch nur schlafen. Das führt aber dazu, dass ich es einfach nicht kann. Ein Teufelskreis...

Vielleicht könnt ihr mir Ratschläge geben.
 
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Re: Am Rande des Wahnsinns

jule86 am 08.02.2017 um 14:10

Hallo Patty,

du hast schon das Problem selber erkannt => familiere Probleme. Es scheint der Grund Deiner Schlafstörung zu sein. Man sollte das lösen, was einen nicht zur Ruhe kommen läßt, ansonsten wird dich das weiter "fressen". Vielleicht versucht zu Deiner Schwester Kontakt aufzusuchen und offen über alles zu reden?
Vergiss die Medikamente. Die lösen das eigentliche Problem nicht. Manche Menschen reagiere halt auf jegliche Probleme mit dem Schlaf (ich gehöre auch dazu). Ich fühle mit dir und wünsche dir, dass es dir bald wieder besser geht!

Viele Grüße
Julia
 
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[EDIT] - Re: Am Rande des Wahnsinns

Patty am 09.02.2017 um 16:17

Hallo Julia,

vielen Dank für dein Feedback. Du hast recht, ich sollte die Sache klären. Kann es aber leider nicht. Meine Schwester will absolut leider keinen Kontakt mit mir. Sie legt sofort auf, sobald sie meine Stimme am Telefon hört. Sie hat auch schon mit meiner anderen Schwester jeglichen Kontakt abgebrochen. Sie lässt auch keinen von uns zu sich, sondern schließt sofort die Tür. Meine Schwester ist hochsensibel wenn es um sie oder meine Mutter geht. Sie behandelt meine Mutter als ihr Eigentum und übt darüber Druck auf mich aus. Bisher hatte ich oft geschwiegen. Immer wenn ich mal meine Meinung sagte, gab es Streit. Ich hab meistens um des lieben Frieden willens zurückgesteckt.

Weil es nun auch um die Heimkosten für meine Mutter ging, wollte ich nun doch ein paar Dinge offengelegt haben bzw. Unterlagen sehen (ich bin die einzige, die jeden Monat Unterhalt für meine Mutter zahlen muss). Dadurch ist die Sache eskaliert. Sie kann wahrscheinlich einfach nicht verstehen, dass ich nicht nur auf der Tonspur vermittelt bekommen will das und das hast du zu zahlen.
Ich würde mich ja bei ihr entschuldigen nur des Frieden willens. Es ist einfach zu verzwickt. Wahrscheinlich muss ich lernen mit dieser Situtation zu leben - wie auch immer.
Aber die Schlaflosigkeit hat schon begonnen bevor wir uns total zerstritten haben. Wahrscheinlich, weil ich meinen Lebensentwurf zerplatzen sah (ich wollte früher aufhören zu arbeiten und hab dafür jahrzentelang geschuftet)

Viele Grüße
Patty
 
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Re: Am Rande des Wahnsinns

kaffee74 am 12.02.2017 um 04:48

Druck- und Spannungsgefühle, durch familiäre und emotionale Verstrickungen, können in der Tat sehr belastend sein. Ich denke, das ist ein Problem, welches Du lösen musst.

Es hört sich so an, als würde Deine Schwester Deine emotionale Bindung zu Deiner Mutter als Druckmittel verwenden, und gleichzeitig Deine MUtter so manipulieren, dass sie das Spielchen nicht bemerkt, welches sie spielt, kommt das ungefähr hin?

Man wird also emotional erpresst und hat die Wahl zwischen zwei Alternativen - sich selber aufopfern, oder in Kauf zu nehmen, dass der andere (Vermeintlich geliebte?) Angehörige über die Klinge springt, drastisch ausgedrückt. Kann einen in der Tat gaga machen.

Dass jemand sensibles dann nicht mehr gut schlafen kann, ist kein Wunder.

Was da hilft ist wohl nur das Problem psychotherapeutisch anzugehen und für Dich eine neue Positionierung in dem Familiengefüge zu finden, in der Du wieder entspannt sein kannst.
 
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